Was sind Euphemismus und Dysphemismus?

Sprache ist nie neutral – Wörter transportieren Bewertungen. Ein Euphemismus (griech. „gutes Reden") beschönigt oder verschleiert einen negativen Sachverhalt. Ein Dysphemismus dagegen bewertet etwas übertrieben negativ oder direkt.

Auf der Semantikskala oben sehen Sie das Spektrum: von stark dysphemistisch (links, rot) über neutral (Mitte, grau) bis stark euphemistisch (rechts, grün).

Wichtig: Ob ein Ausdruck euphe­mistisch oder dysphemistisch wirkt, hängt immer vom Kontext und der Kommunikationsabsicht ab.

Stufe 1 – Vorhersage
Kontext Ein Unternehmen entlässt 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen Kostendruck. In Pressemitteilungen, Betriebsversammlungen und kritischen Berichten tauchen verschiedene Formulierungen auf. Klassifizieren Sie jede Formulierung!
„Die Mitarbeiter werden freigesetzt."
„Das Unternehmen schmeißt 200 Leute raus."
„200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden entlassen."
Stufe 2 – Anwenden

Mechanismen erkennen

Jetzt geht es um den Mechanismus hinter dem Euphemismus oder Dysphemismus. Wählen Sie den treffenden Begriff!

Wort 1 – Militärsprache
„Kollateralschäden"
Welcher Euphemismus-Mechanismus liegt vor?
Wort 2 – Unternehmenssprache
„Es kam zu einer Restrukturierung."
Welcher Euphemismus-Mechanismus liegt vor?
Wort 3 – Todessprache
„Er ist eingeschlafen."
Welcher Euphemismus-Mechanismus liegt vor?
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Dein Ergebnis

Zusammenfassung: Vier Kernmechanismen

Misskonzept: Euphemismen sind nicht einfach „höflichere Wörter". Sie können gezielt eingesetzt werden, um ethisch relevante Sachverhalte zu verschleiern – besonders in politischer Sprache und Unternehmenskommunikation.

Quellen: Allan & Burridge (1991): Euphemism and Dysphemism. Oxford University Press. – Luchtenberg (1985): Euphemismen im heutigen Deutsch. Peter Lang.