Simulation · Sprachgeschichte · Klasse 10–13

Grammatikalisierung: Wenn Wörter ihre Bedeutung verlieren

Beobachte, wie Inhaltswörter durch Grammatikalisierung zu Funktionswörtern werden – und erlebe die Semantische Ausbleichung interaktiv.

Was ist Grammatikalisierung? Ein sprachhistorischer Wandelprozess, bei dem bedeutungsreiche Inhaltswörter schrittweise zu bedeutungsarmen Funktionswörtern oder sogar grammatischen Affixen werden. Beschrieben von Hopper & Traugott (1993). Das Ergebnis ist immer irreversibel.
Aufgaben:
0 / 2 richtig
Stufe 1 von 2 · Erkennung

Die Grammatikalisierungskette: „werden"

Semantische Ausbleichung Das Wort verliert Farbe und Bedeutung – von reich (blau) zu verblasst (grau).

Das Verb „werden" hat im Deutschen eine lange Geschichte. Es durchlief alle Stadien der Grammatikalisierung – von einem bedeutungsreichen Vollverb hin zu einem bedeutungsarmen Hilfsverb.

A. „Die Raupe wird zum Schmetterling."

Vollverb – Bedeutung: sich verwandeln, entstehen (Althochdeutsch: werdan)

B. „Das Lied wird gesungen."

Passivhilfsverb – markiert Vorgangspassiv, kaum Eigenbedeutung mehr

C. „Morgen wird es regnen."

Futurhilfsverb – reine Zukunftsmarkierung, ursprüngliche Bedeutung vollständig verblasst

Vorhersage

Welche Verwendung zeigt den höchsten Grad der Grammatikalisierung – also die stärkste Semantische Ausbleichung?