Stufe 1 von 3
Stufe 1 – Vorhersage
Was passiert hier?
A
Anna
Magst du mein neues Kleid?
T
Tom
Der Bus kommt gleich.
Tom antwortet mit einem völlig anderen Satz. Was passiert kommunikativ?
Stufe 2 – Diagnose
Welche Maxime wird verletzt?
Das Kooperationsprinzip nach H. P. Grice (1975) besteht aus vier Maximen. Halte sie im Blick:
Quantität
Sag so viel wie nötig – nicht mehr, nicht weniger.
Qualität
Sag nur, wovon du überzeugt bist und wofür du Belege hast.
Relation (Relevanz)
Sag nur Relevantes – bleibe beim Thema.
Modalität (Weise)
Sei klar, geordnet und prägnant – vermeide Mehrdeutigkeit.
Dialog 1 von 4
Stufe 3 – Implikatur
Was ist wirklich gemeint?
Manchmal verletzen Sprecher eine Maxime absichtlich und erkennbar. Dann entsteht eine konversationelle Implikatur – eine mitgemeinte Botschaft, die nicht wörtlich steht.
K
Kira
Wie war mein Vortrag?
B
Ben
Du hattest wirklich schicke Folien.
Was impliziert Bens Antwort – was ist seine eigentliche Botschaft?
–
von 6 Aufgaben richtig beantwortet
Was du gelernt hast
- Kooperationsprinzip (Grice 1975): Kommunikation gelingt, weil Sprecher kooperieren wollen.
- 4 Maximen: Quantität, Qualität, Relation, Modalität — sie beschreiben, wie kooperative Kommunikation aussieht.
- Konversationelle Implikaturen: Wenn eine Maxime erkennbar verletzt wird, schließt der Hörer auf eine mitgemeinte Botschaft.
- Deskriptiv, nicht normativ: Die Maximen erklären Kommunikation — sie sind keine Verbote.
Quelle: Grice, H. P. (1975). Logic and Conversation. In P. Cole & J. Morgan (Hrsg.), Syntax and Semantics, Bd. 3, S. 41–58.