Kraschens Input-Hypothese (i+1-Prinzip)
Stephen Krashen (1982) unterscheidet Spracherwerb (unbewusst, natürlich) von Sprachlernen (bewusst, Regelwissen). Echter Erwerb entsteht nur durch verständlichen Input auf dem Niveau i+1:
i = dein aktuelles Sprachniveau | i+1 = leicht darüber hinaus | i−1 = zu leicht | i+2 = unverständlich schwer
Lenas aktuelles Englisch-Niveau (A2)
Welcher Text führt bei Lena (Niveau A2) zum stärksten Spracherwerb?
"I go to school. I eat breakfast. I like cats."
Kurze Hauptsätze, einfachste Grammatik
"Lena commutes to school by bike every morning because she enjoys the fresh air."
Ein unbekanntes Wort, aus Kontext erschließbar
"The epistemological ramifications of pedagogical interventions in multilingual acquisition contexts remain contentious."
Akademischer Fachtext, viele unbekannte Begriffe
Warum führt dieser Text am stärksten zu Spracherwerb?
Affektiver-Filter-Hypothese (Krashen 1982)
Selbst optimaler i+1-Input erreicht das Language Acquisition Device (LAD) nicht, wenn emotionale Faktoren einen inneren „Filter" errichten. Ein hoher affektiver Filter (Prüfungsangst, geringe Motivation, niedriges Selbstvertrauen) blockiert den Erwerb. Ein niedriger Filter lässt Input durch.
Modell – Passe die Filter-Stärke an
Szenario: Lena macht ihre mündliche Englisch-Prüfung. Sie ist sehr aufgeregt (Angst: 85), ihr Interesse ist gering (Motivation: 15). Was passiert laut Krashen?
Simulation abgeschlossen
Du hast beide Kernkonzepte von Kraschens Monitor-Modell aktiv erarbeitet.
Die wichtigsten Konzepte
- i+1-Prinzip: Optimaler Spracherwerb entsteht bei verständlichem Input, der leicht über dem aktuellen Niveau liegt. Zu leichter oder zu schwerer Input führt zu keinem Erwerb.
- Erwerb vs. Lernen: Unbewusster Erwerb durch echten Input führt zu Sprachkompetenz; bewusstes Regellernen dient nur als Monitor/Editor.
- Affektiver Filter: Angst, Demotivation und niedriges Selbstvertrauen bilden einen inneren Filter, der selbst optimalen i+1-Input blockiert, bevor er das LAD erreicht.
- LAD: Language Acquisition Device (nach Chomsky): angeborene Spracherwerbsfähigkeit, die durch verständlichen Input aktiviert wird.