Stufe 1 von 3 · Vorhersage
Wie verbreitet sich ein neues Wort?
Deine Vorhersage: Wie wird sich „cool" in den nächsten 30 Jahren in der deutschen Sprache ausbreiten?
Stufe 2 von 3 · Modell erleben
Die S-Kurve der lexikalischen Diffusion
Die drei Phasen der S-Kurve:
Innovator*innen übernehmen die neue Form. Ausbreitung ist noch langsam.
Rasanteste Ausbreitung. Die frühe und späte Mehrheit übernimmt die Form.
Nur noch Nachzügler*innen behalten die alte Form. Wandel fast abgeschlossen.
Stufe 2 von 3 · Anwenden
Ordne reale Beispiele der richtigen Phase zu
Beispiel 1: „wegen dem" statt „wegen des"
Der Dativ nach der Präposition „wegen" gilt als Fehler – doch im gesprochenen Deutsch liegt die Nutzungsrate bei ca. 15 % (Stand: 2000er Jahre). Die Puristen widerstehen noch.
Beispiel 2: „Handy" als deutsches Wort für Mobiltelefon
Das Wort „Handy" (eine Scheinentlehnung – im Englischen sagt man mobile phone) verbreitete sich rasant in den 1990ern und 2000ern. Ca. 60 % der Sprachgemeinschaft nutzen es aktiv (Jahr 2000).
Beispiel 3: „du gehst" statt „du gehest"
Die alte Konjugationsform „du gehest" galt bis ins 18. Jahrhundert als korrekt. Um 1900 nutzten über 95 % der Schreibenden bereits die Form „du gehst".
Abschluss · Zusammenfassung
Das hast du gelernt
Simulation abgeschlossen!
Kernaussagen der lexikalischen Diffusion:
- Sprachwandel verläuft nicht linear und nicht plötzlich, sondern folgt einer S-Kurve.
- Die Formel dahinter ist das logistische Wachstumsmodell: P(t) = 1 / (1 + e−k(t−t₀)).
- Innovator*innen, frühe Mehrheit, späte Mehrheit und Nachzügler*innen übernehmen die neue Form zu verschiedenen Zeiten.
- Das Konzept der lexikalischen Diffusion wurde von William S-Y. Wang (1969) entwickelt und durch Chin-Chuan Chens mathematisches Modell (1972) formalisiert.