Mentales Lexikon: Wie Wörter im Gehirn vernetzt sind
1 Stufe 1 – Vorhersage
Das Wort HUND wird aktiviert. Die Aktivierung breitet sich auf verbundene
Konzepte aus – aber unterschiedlich stark, je nach Kantengewicht
(= semantische Nähe, Wert 0–1). Ein Kantengewicht von 0,8 bedeutet: sehr enge semantische Verbindung.
Formel: Aktivierung(Zielknoten) = Aktivierung(Quelle) × Kantengewicht
Deine Aufgabe: Schau dir die Liniendicken im Netz an.
Welches Wort erhält die stärkste Mitaktivierung, wenn HUND aktiviert wird?
2 Stufe 2 – Netzwerk erkunden
Jetzt kannst du selbst verschiedene Startwörter wählen und den
Zerfallsfaktor (Decay) einstellen. Ein niedrigerer Decay-Wert
bedeutet: Die Aktivierung verliert schneller an Stärke über Entfernung.
Beobachte, wie sich das Aktivierungsmuster verändert.
Decay = Abschwächungsfaktor pro Hop. Standardwert in der Literatur: 0,4–0,7 (Collins & Loftus, 1975). Niedrig (0,1–0,2): Aktivierung bleibt nah am Startknoten. Hoch (0,7–0,9): Aktivierung breitet sich weit aus.
3 Stufe 3 – Priming-Test
Der Priming-Effekt: Ein Primewort aktiviert vorab semantisch verwandte Wörter.
Daher werden verwandte Zielwörter schneller erkannt als nicht verwandte.
Du siehst erst ein Primewort (blau), dann erscheint ein Zielwort.
Klicke so schnell wie möglich auf „Erkannt!", sobald du das Zielwort liest.
Vorhersage: Nach dem Prime „KATZE" – erkennst du TIER
oder STUHL schneller?
Was denkst du – welches Wort wird schneller erkannt?