Simulation · Linguistik · Klasse 10–13

Pidgin- und Kreolsprachen

Wie entstehen neue Sprachen durch Sprachkontakt? Entdecke das Superstrat-Substrat-Modell und Bickertons Bioprogram-Hypothese.

Schritt 1 von 3
1 Sprachkontakt – Was entsteht?

Im 17. und 18. Jahrhundert trafen Händler, Kolonisatoren und einheimische Völker ohne gemeinsame Sprache aufeinander. Sie schufen Behelfssprachen – Pidgins. Beobachte die Animation und triff deine Vorhersagen, bevor du die Erklärung siehst.

Gruppe A – dominierende Sprache (Superstrat)
Gruppe B – untergeordnete Gruppe (Substrat)
Pidgin-Kontaktsprache (entsteht in der Mitte)

Animation läuft…

Frage 1: Welche Sprache liefert die meisten Wörter im entstehenden Pidgin?

2 Tok Pisin analysieren – Pidgin zu Kreol

Tok Pisin (Papua-Neuguinea) ist aus einem englischen Pidgin zu einer vollwertigen Kreolsprache geworden. Ordne die folgenden Merkmale zu: Kommt es aus dem Superstrat (Englisch), ist es Kreol-typisch (eigene Entwicklung im Kreol), oder zeigt es Substrat-Einfluss (melanesische Sprachen)?

haus
„Haus" (engl. house)
gras bilong fes
„Gras, das zum Gesicht gehört" = Bart
bai em i go
„Er wird gehen" – bai als Futurmarker vor dem Verb
man
„Mann/Mensch" (engl. man)
save-save
„wissen" – Reduplikation aus melanesischen Sprachen
em i bin go
„Er ging" – bin als Vergangenheitsmarker (TMA-System)
3 Bickertons Bioprogram-Hypothese

Der Linguist Derek Bickerton untersuchte in den 1980er Jahren Kreolsprachen aus aller Welt – Sprachen, die völlig unabhängig voneinander entstanden. Er machte eine überraschende Entdeckung.

Kreolsprache Superstrat Region Tempusmarker vor dem Verb? Grundwortstellung
Tok Pisin Englisch Papua-Neuguinea Ja (bai, bin) SVO
Haïtianisches Kreol Französisch Haiti / Karibik Ja (ap, te) SVO
Papiamentu Spanisch/Portugiesisch Niederländische Antillen Ja (lo, tabata) SVO

Was schlussfolgerte Bickerton aus diesen Gemeinsamkeiten zwischen unabhängig entstandenen Kreolsprachen?

Das hast du in dieser Simulation gelernt: