Interaktive Simulation · Klasse 11–13

Spracherwerbstheorien verstehen

Ordne Aussagen den drei großen Theorien zu und wende sie auf ein reales Szenario an – Behaviorismus, Nativismus und Interaktionismus im Vergleich.

Stufe 1 von 2
🔵 Behaviorismus
B. F. Skinner (1957)
Imitation · Verstärkung · Konditionierung
🟢 Nativismus
Noam Chomsky (1957/65)
LAD · Universalgrammatik · angeboren
🟠 Interaktionismus
Bruner & Vygotsky (1983)
LASS · Motherese · soziale Interaktion

Stufe 1 – Aussagen zuordnen

Aufgabe: Ordne jede der sechs Aussagen der richtigen Theorie zu. Klicke auf einen der drei Buttons unterhalb der Aussage. Du bekommst sofort Rückmeldung.
Richtige Antworten: 0 / 6
Aussage 1

„Wenn ein Kind ‚Mama' sagt und die Mutter lächelt und lobt, wird das Kind diese Äußerung häufiger wiederholen."

Aussage 2

„Alle Kinder der Welt durchlaufen dieselbe Abfolge: zuerst Einwort-Äußerungen, dann Zweiwortsätze, dann vollständige Sätze – unabhängig davon, welche Sprache sie lernen."

Aussage 3

„Eltern sprechen mit Babys langsamer, höher und deutlicher als mit Erwachsenen und verwenden einfachere Sätze. Diese sogenannte ‚Motherese' hilft dem Kind, Sprache zu erwerben."

Aussage 4

„Kinder bilden Sätze wie ‚Ich habe gegeht' oder ‚Er hat gekommt' – Wortformen, die sie nie gehört haben. Das zeigt: Sie wenden unbewusst eine grammatische Regel an, nicht bloße Imitation."

Aussage 5

„Wenn Kind und Bezugsperson gemeinsam auf dasselbe Objekt schauen und die Bezugsperson es benennt, lernt das Kind das Wort besonders effektiv. Dieses Phänomen heißt ‚gemeinsame Aufmerksamkeit'."

Aussage 6

„Sprache entsteht durch ständiges Wiederholen, Nachsprechen und Korrigieren – wie das Erlernen jeder anderen Fertigkeit, z. B. des Fahrradfahrens."

Stufe 2 – Theorie anwenden

Szenario: Das Wolfskind
Ein Kind wächst bis zum 12. Lebensjahr ohne menschlichen Sprachkontakt auf. Mit 13 Jahren wird es gefunden und erhält intensiven Sprachunterricht. Drei Wissenschaftlerinnen geben je eine Erklärung ab – ohne ihren Namen zu nennen.

Aufgabe: Ordne jede Erklärung (A, B, C) der richtigen Theorie zu.
🌲
Kind allein im Wald (0–12 J.)
🧑‍🤝‍🧑
Rettung mit 13 Jahren
📚
Intensiver Sprachunterricht
Historisches Beispiel: Der reale Fall „Genie" (USA, 1970) zeigt: Das Mädchen lernte nach der Rettung zwar Vokabular, entwickelte aber nie vollständige Grammatik. Die Frage, warum, beantwortet jede Theorie anders.
Erklärung A

Erklärung B

Erklärung C

Zusammenfassung – Was die Theorien gemeinsam sagen

Alle drei Theorien kommen beim Wolfskind-Szenario zum gleichen praktischen Schluss: Frühe Intervention ist entscheidend. Aber die Begründung ist jeweils eine andere:

Behaviorismus (Skinner): Ohne Modelle und Verstärkung konnte kein Lernmechanismus aktiviert werden. Intensiver Unterricht hilft, aber die fehlende Übungszeit ist schwer aufzuholen.

Nativismus (Chomsky/Lenneberg): Das LAD ist nach der kritischen Periode inaktiv. Grammatikfähigkeit kann nicht mehr vollständig erworben werden – unabhängig von der Intensität des Trainings.

Interaktionismus (Bruner/Vygotsky): Ohne LASS und Joint Attention fehlte das soziale Fundament. Spätere Förderung kann einen Teil aufholen, aber nicht die frühe ko-konstruierte Grundlage ersetzen.

🎓

Simulation abgeschlossen!

Du hast alle drei Spracherwerbstheorien auf Aussagen und ein reales Szenario angewendet. Dieses Wissen wird in Deutsch- und Englisch-Klausuren der Oberstufe direkt geprüft.