Transfer-Modell: Positive und negative Übertragung
Stufe 1 – Falsche Freunde erkennen
Fünf Wortpaare stehen vor dir. Bei jedem Paar zeigt der Pfeil die Übertragung vom Deutschen ins Englische. Entscheide: Handelt es sich um einen echten Freund (die Bedeutung stimmt überein) oder einen falschen Freund (die Wörter klingen ähnlich, bedeuten aber etwas anderes)?
Auswertung Stufe 1
Stufe 2 – Fehler in englischen Sätzen finden
Ein deutscher Schüler hat drei englische Sätze geschrieben – er wollte bestimmte deutsche Aussagen übersetzen. Manche Sätze enthalten Interferenzfehler aus dem Deutschen. Entscheide für jeden Satz: Fehler (= Interferenz erkennbar) oder Korrekt?
Auswertung Stufe 2
Was du gelernt hast
Lexikalische Interferenz – Falsche Freunde (Faux Amis)
Wörter, die im Deutschen und Englischen ähnlich aussehen, aber unterschiedliche Bedeutungen haben. Das Gehirn aktiviert automatisch das L1-Wort und überträgt seine Bedeutung – ein klassischer negativer Transfer nach Odlin (1989).
Positiver Transfer
Echte Freunde wie Ball → ball zeigen, dass L1-Muster auch helfen können. Viele englisch-deutsche Wortpaare sind tatsächlich bedeutungsgleich – deshalb ist Transfer nicht immer negativ.
Syntaktische Interferenz – Wortstellung (SOV → SVO)
Im Deutschen stehen Verben in Nebensätzen am Ende (SOV). Im Englischen gilt immer SVO. Wer den deutschen Satzbau übernimmt, produziert Sätze wie „he the book reads" – korrekt wäre „he reads the book".
- Merke dir bewusst falsche Freunde, die dich schon einmal erwischt haben – du wirst sie nicht vergessen.
- Beim Übersetzen von Nebensätzen: Englisch braucht das Verb immer direkt nach dem Subjekt, nie am Ende.
- Viele Interferenzfehler sind vorhersagbar – wer das Muster kennt, kann sich aktiv dagegen wappnen.
- Positiver Transfer hilft: Cognates (echte Freunde) nutzen – aber immer bewusst überprüfen, ob die Bedeutung wirklich übereinstimmt.