Sprachkritik und Sprachwandel

Ist „wegen dem Regen" ein Fehler? Oder normaler Wandel? Entscheide selbst – und lerne dabei, was Linguisten wirklich meinen.

Stufe 1 von 3

Sprachzeitstrahl
Mittelhochdeutsch
(12.–14. Jh.)
Frühneuhochdeutsch
(15.–17. Jh.)
Gegenwarts­deutsch
(heute)
Stufe 1 – Morphologischer Wandel
„wegen dem Regen"
Statt der älteren Form: „wegen des Regens"

Vorhersage: Was denkst du?

Wie würdest du diese Form einordnen?

Stufe 2 – Semantischer Wandel
„schlimm"
Mittelhochdeutsch: slimm = schief, schräg → heute: negativ, unangenehm

Vorhersage: Welcher Wandeltyp ist das?

Das Wort „schlimm" hat seine Bedeutung komplett verändert. Um welchen Sprachänderungstyp handelt es sich?

Stufe 3 – Moderne Sprachkritik
„Das Meeting wurde gecancelt."
Anglizismus im Deutschen, inzwischen weit verbreitet

Vorhersage: Welches Argument ist linguistisch haltbar?

Ein Sprachkritiker und ein Linguist streiten über diesen Satz. Welche Position ist sprachwissenschaftlich begründet?

Gut gemacht!

Du kannst jetzt den Unterschied zwischen Präskriptivismus und Deskriptivismus erklären – und historische sowie moderne Sprachveränderungen einordnen.

Ansatz Haltung zu Sprachwandel Vertreter
Präskriptivismus Sprache hat eine „richtige" Norm; Abweichungen sind Fehler. Duden (normativ), Sprachpflege, Bastian Sick
Deskriptivismus Sprache wird beschrieben, wie sie ist – Wandel ist normal. Moderne Linguistik, Soziolinguistik