Vergessenskurve & Spaced Repetition

Warum reicht einmaliges Lernen nicht? Erforsche das mathematische Modell hinter dem Vergessen und entdecke, warum verteiltes Üben so viel wirksamer ist als Lernen auf den letzten Drücker.

Stufe 1 von 2
Retention — Anteil der erinnerlichen Vokabel (%) 90 %-Grenze — empfohlener Wiederholungszeitpunkt

Was du jetzt weißt — und wie du es anwendest

Vergessenskurve (Ebbinghaus, 1885) Die Erinnerung an frisch Gelerntes sinkt exponentiell: R(t) = e−t/S. Nach dem ersten Lernen beträgt die Stabilität S nur ~1 Tag — nach wenigen Stunden fehlen schon 10 % der Erinnerung.
Erste Wiederholung: so früh wie möglich Die wichtigste Wiederholung ist die erste — idealerweise 2–3 Stunden nach dem Lernen. Danach verlängern sich die Abstände mit jeder Wiederholung.
Spacing Effect Verteilte Wiederholungen (heute, morgen, in 3 Tagen, in einer Woche …) steigern die Gedächtnisstabilität bei jeder Übung um das 2,5-Fache. Das ist der Spacing Effect — wissenschaftlich belegt seit Ebbinghaus und hundertfach repliziert.
Karteikarten-Apps gezielt einsetzen Apps wie Anki oder Quizlet berechnen den optimalen Wiederholungszeitpunkt mit demselben Modell wie diese Simulation. 15 Minuten täglich in der App ersetzen stundenlange Bulimie-Lernerei.
Lernen auf den letzten Drücker? Kurzfristig funktioniert es — für den nächsten Tag. Danach ist alles wieder vergessen. Für Abitur, Auslandsaufenthalt oder dauerhaftes Sprachkönnen brauchst du verteiltes Üben über Wochen.
Kontext stärkt die Stabilität Vokabeln mit Beispielsatz, Bild oder Geschichte zu lernen erhöht die initiale Stabilität S. Das verlängert alle späteren Abstände automatisch — du musst seltener wiederholen.
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