Stufe 1 von 2
Wie viele Prozent der Wörter in einem englischen Zeitungsartikel müssen dir bekannt sein, damit du den Text gut verstehst?
Stufe 2 – Strategie
Lars kennt 2.000 englische Wörter und möchte englische Zeitungen lesen. Was ist der effektivste nächste Schritt?
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Forschung von Paul Nation (2001, 2006) zeigt: Der Deckungsgrad entscheidet über das Leseverstehen — nicht die absolute Wortanzahl allein. Werte für Nachrichtentexte; leichte Literatur liegt etwas darunter.
| Bekannte Wörter | Deckungsgrad | Lesbarkeit |
|---|---|---|
| 500 | ~72 % | Kaum verständlich |
| 1.000 | ~80 % | Grobes Erraten |
| 2.000 | ~87 % | Mühsames Lesen |
| 3.000 | ~93 % | Fast ausreichend |
| 5.000 | ~97 % | Komfortables Lesen |
| 8.000+ | ~99 % | Fließendes Lesen |
Was das für dein Sprachenlernen bedeutet
- 1 Hochfrequenzwörter zuerst: Die Top-2.000 Wörter einer Sprache decken ca. 87 % aller alltäglichen Texte ab. Lerne diese gezielt – sie bringen den größten Hebel.
- 2 Die 95-%-Grenze im Blick behalten: Erst ab 95 % Deckungsgrad kannst du unbekannte Wörter aus dem Kontext erschließen. Darunter fehlt zu viel Kontext für intelligentes Raten.
- 3 Authentische Texte wählen, wenn der Level stimmt: Zeitungen, Bücher und Podcasts helfen beim Vokabelaufbau – aber erst wenn du schon 80–85 % der Wörter kennst. Darunter lieber mit Lernmaterial für deinen Level arbeiten.
Quellen: Nation, I.S.P. (2001). Learning Vocabulary in Another Language. Cambridge UP. — Nation (2006). Canadian Modern Language Review, 63(1), 59–82. — Laufer, B. (1989). Special Language: From Humans Thinking to Thinking Machines.