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Bildergeschichte schreiben: Aufbau, Tipps und Beispiel

So machst du aus einer Bilderreihe eine spannende Geschichte

Eine Reihe von Bildern liegt vor dir, und du sollst daraus eine zusammenhängende Geschichte machen. Genau das ist eine Bildergeschichte, eine der ersten großen Schreibaufgaben in Deutsch ab Klasse 5. Sie sieht einfacher aus, als sie ist: Die Bilder geben dir die Handlung vor, aber lebendig und spannend erzählen musst du selbst. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine gute Bildergeschichte schreiben kannst, welcher Aufbau erwartet wird und welche Fehler du vermeiden solltest.

Was ist eine Bildergeschichte?

Eine Bildergeschichte ist eine Erzählung, die auf einer Folge von Bildern beruht. Die Bilder zeigen den Ablauf einer Handlung, meist in vier bis sechs Szenen. Deine Aufgabe ist es, diese Bilder in einen flüssigen Text zu verwandeln, der eine richtige Geschichte ergibt. Anders als bei einer reinen Beschreibung zählst du die Bilder nicht einfach auf, sondern verbindest sie zu einem spannenden Geschehen mit Anfang, Mitte und Ende.

Eine Bildergeschichte zu schreiben trainiert genau die Fähigkeiten, die du später für jede Erzählung brauchst: einen Spannungsbogen aufbauen, lebendig formulieren und Gefühle ins Spiel bringen. Deshalb lohnt es sich, hier von Anfang an sauber zu arbeiten.

Vor dem Schreiben: die Bilder genau anschauen

Bevor du den ersten Satz schreibst, betrachte alle Bilder mehrmals und in der richtigen Reihenfolge. Stelle dir zu jedem Bild ein paar Fragen:

Notiere dir zu jedem Bild ein, zwei Stichwörter. So hast du den roten Faden vor Augen und vergisst keine wichtige Szene.

Der richtige Aufbau einer Bildergeschichte

Eine Bildergeschichte folgt demselben Dreischritt wie jede gute Erzählung. Wichtig ist dabei der Spannungsbogen: Die Spannung steigt langsam an, erreicht einen Höhepunkt und löst sich am Ende auf.

1. Einleitung

Die Einleitung führt in die Geschichte ein. Hier nennst du die Hauptfiguren, den Ort und die Zeit. Steige nicht mit langweiligen Formeln wie "Eines Tages" oder "Es war einmal" ein, sondern direkt mit einer kleinen Szene. Halte die Einleitung kurz, sie entspricht meist nur dem ersten Bild.

2. Hauptteil

Der Hauptteil ist das Herzstück. Hier entwickelt sich die Handlung von Bild zu Bild, ein Problem oder Konflikt taucht auf, und die Spannung steigt bis zum Höhepunkt. Dieser Höhepunkt ist die spannendste Szene, ihn solltest du besonders ausführlich und lebendig beschreiben.

3. Schluss

Der Schluss löst die Handlung auf. Das Problem wird gelöst, die Geschichte kommt zu einem runden Ende. Vermeide abrupte Schlüsse wie "und dann war alles vorbei". Das letzte Bild zeigt dir meist, wie die Geschichte ausgeht.

Die richtige Zeitform und Sprache

Eine Bildergeschichte wird im Präteritum (der einfachen Vergangenheit) geschrieben: "Tim rannte", "sie öffnete die Tür". Achte darauf, nicht versehentlich ins Präsens zu rutschen.

Damit deine Geschichte lebendig wird, helfen dir ein paar Sprachmittel:

Schritt für Schritt zur fertigen Bildergeschichte

  1. Bilder ordnen und verstehen: Bringe die Bilder in die richtige Reihenfolge und erfasse die Handlung.
  2. Stichpunkte sammeln: Notiere zu jedem Bild das Wichtigste.
  3. Figuren benennen: Gib den Personen Namen und Eigenschaften.
  4. Höhepunkt festlegen: Überlege, welche Szene am spannendsten ist.
  5. Schreiben: Verfasse die Geschichte im Präteritum mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  6. Überarbeiten: Prüfe Zeitform, Spannungsbogen, Rechtschreibung und ob alle Bilder vorkommen.

Beispiel für eine Bildergeschichte

Stell dir eine Bilderreihe vor: ein Junge auf einem Fahrrad, eine Pfütze, ein Sturz, ein hilfsbereites Mädchen. So könnte daraus eine Geschichte werden:

An einem regnerischen Morgen radelte Paul wie immer zur Schule. Die Straßen glänzten nass, und überall standen große Pfützen. Paul hatte es eilig, denn er war spät dran. Übermütig fuhr er schneller und schneller. "Das schaffe ich locker", dachte er und steuerte direkt auf eine riesige Pfütze zu.

Im nächsten Moment rutschte das Vorderrad weg. Paul verlor das Gleichgewicht und stürzte mitten in den Matsch. Sein Knie schmerzte, und seine Hose war völlig durchnässt. "Au!", rief er und blieb erschrocken sitzen.

Da kam Mia vorbei, ein Mädchen aus der Parallelklasse. Sofort hielt sie an. "Alles okay?", fragte sie besorgt und half ihm auf. Gemeinsam hoben sie das Fahrrad aus der Pfütze. Paul lächelte verlegen. "Danke", sagte er. Von diesem Tag an fuhren die beiden jeden Morgen zusammen zur Schule, und Paul nahm die Pfützen nie wieder auf die leichte Schulter.

Du siehst: Jedes Bild taucht auf, aber die Sätze verbinden alles zu einer flüssigen, spannenden Geschichte mit Gefühlen und wörtlicher Rede.

Bildergeschichte und verwandte Aufgaben

Die Bildergeschichte ist eng mit anderen Erzählformen verwandt. Bei der Reizwortgeschichte denkst du dir die Handlung komplett selbst aus und hast nur einzelne Wörter als Anregung. Bei der Erlebniserzählung erzählst du von einem eigenen Erlebnis. Allen gemeinsam ist der Spannungsbogen. Wenn du diesen einmal beherrschst, fallen dir alle Erzählaufgaben leichter. Wenn du gezielt üben willst, kannst du deinen Entwurf in der Nachhilfe Mentor App abfotografieren und dir per Rückfragen erklären lassen, an welcher Stelle der Spannungsbogen noch flach ist oder wo eine Szene fehlt.

6 häufige Fehler bei der Bildergeschichte

  1. Nur Bilder beschreiben: "Auf dem ersten Bild sieht man ..." gehört nicht in eine Bildergeschichte. Erzähle, statt aufzuzählen.
  2. Kein Spannungsbogen: Ohne Höhepunkt wirkt die Geschichte langweilig. Baue Spannung bis zur wichtigsten Szene auf.
  3. Falsche Zeitform: Achte darauf, durchgehend im Präteritum zu bleiben.
  4. Ein Bild vergessen: Prüfe am Ende, ob wirklich jede Szene in deinem Text vorkommt.
  5. Zu wenig Gefühle: Beschreibe, wie sich die Figuren fühlen. Das macht die Geschichte lebendig.
  6. Abrupter Schluss: Löse die Handlung richtig auf, statt sie einfach abzubrechen.

Checkliste vor der Abgabe

Mit diesem Aufbau und ein bisschen Übung wird aus jeder Bilderreihe eine Geschichte, die deine Lehrerin oder deinen Lehrer überzeugt. Wichtig ist vor allem: erzählen statt beschreiben, Spannung aufbauen und am Ende alles sauber überarbeiten.

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