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Erzählperspektive bestimmen: Ich-, Er- und auktorialer Erzähler einfach erklärt

Welcher Erzähler spricht hier? Mit dieser Anleitung erkennst du jede Perspektive auf Anhieb.

Du sitzt vor einem Text und sollst die Erzählperspektive bestimmen. Klingt einfach, bis du dir nicht mehr sicher bist, ob der Erzähler jetzt personal oder auktorial ist. Keine Sorge: Mit ein paar klaren Kriterien erkennst du die Erzählperspektive zuverlässig und kannst sie in deinem Aufsatz präzise beschreiben.

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Was ist die Erzählperspektive?

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Die Erzählperspektive beschreibt den Standpunkt, von dem aus eine Geschichte erzählt wird. Sie beantwortet die Frage: Wer erzählt, wie viel weiß er, und wie nah ist er an den Figuren dran? Die Erzählperspektive ist kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusste Entscheidung des Autors, die den Gesamteindruck eines Textes stark beeinflusst.

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Im Deutschunterricht unterscheidest du meist drei bis vier Hauptformen: den auktorialen Erzähler, den personalen Erzähler, den Ich-Erzähler und in manchen Lehrplänen den neutralen Erzähler.

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Die vier Erzählperspektiven im Überblick

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1. Auktorialer Erzähler

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Der auktoriale Erzähler steht außerhalb der Geschichte und weiß alles. Er kennt die Gedanken aller Figuren, sieht in die Zukunft, blickt in die Vergangenheit und kommentiert das Geschehen. Typisch ist die dritte Person (er, sie, es) und eine Erzählerstimme, die sich direkt an den Leser wendet.

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2. Personaler Erzähler

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Der personale Erzähler berichtet in der dritten Person, aber beschränkt sich auf die Wahrnehmung einer einzigen Figur. Er weiß nur das, was diese Figur sieht, hört und fühlt. Der Leser ist also genauso unwissend wie die Hauptfigur selbst.

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3. Ich-Erzähler

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Der Ich-Erzähler ist selbst Teil der Geschichte und berichtet in der ersten Person. Dabei wird unterschieden: Erzählt er gleichzeitig (Erleben-Ich) oder im Rückblick auf vergangene Ereignisse (Erzählendes Ich)? Beide Varianten sind möglich und haben unterschiedliche Wirkungen.

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4. Neutraler Erzähler

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Der neutrale Erzähler beobachtet das Geschehen von außen, ohne in Gedanken oder Gefühle einzutauchen. Er beschreibt nur, was sichtbar ist, fast wie eine Kamera. Diese Form kommt in modernen Kurzgeschichten vor, ist aber seltener als die anderen drei.

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Erzählperspektive bestimmen: Schritt für Schritt

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So gehst du vor, wenn du einem Text die Erzählperspektive bestimmen sollst:

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  1. Personalpronomen prüfen: Wird in der Ich-Form oder in der Er-/Sie-Form erzählt?
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  3. Wissensstand des Erzählers prüfen: Kennt er Gedanken und Gefühle mehrerer Figuren oder nur einer?
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  5. Kommentare suchen: Wendet sich der Erzähler direkt an den Leser oder bewertet er das Geschehen? Dann ist er auktorial.
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  7. Einschränkungen prüfen: Ist der Erzähler unwissend, überrascht oder auf eine Wahrnehmung begrenzt? Dann ist er personal oder neutral.
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  9. Beispielsatz formulieren: Schreib einen kurzen Textbeleg auf, der deine Einschätzung stützt.
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Typische Formulierungen für deinen Aufsatz

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Wenn du die Erzählperspektive in einem Aufsatz beschreibst, nutze präzise Formulierungen:

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Wenn du beim Analysieren unsicher bist, ob deine Formulierungen präzise genug sind, kannst du deinen Textabschnitt auch in der Nachhilfe Mentor App hochladen und gezielt Rückfragen zur Erzählperspektive stellen lassen.

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Erzählperspektive und ihre Wirkung: Das gehört zum Aufsatz

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Eine gute Analyse benennt nicht nur die Erzählperspektive, sondern erklärt auch, welche Wirkung sie auf den Leser hat. Diese Fragen helfen dir dabei:

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Besonders bei der Kurzgeschichten-Analyse spielt die Erzählperspektive eine zentrale Rolle, da Kurzgeschichten oft mit personalen oder Ich-Erzählern arbeiten, um Unmittelbarkeit zu erzeugen.

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Häufige Fehler beim Bestimmen der Erzählperspektive

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Checkliste: Erzählperspektive bestimmen

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Mit dieser Checkliste bist du auch bei der Romananalyse gut vorbereitet, denn bei längeren Texten bleibt die Erzählperspektive oft über Kapitel hinweg konstant oder wechselt bewusst zwischen verschiedenen Figuren.

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