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Nominalisierung: Verben und Adjektive in Nomen umwandeln einfach erklärt

Wie aus laufen das Laufen und aus schön die Schönheit wird - Regeln, Beispiele und Übungen.

Aus laufen wird das Laufen, aus schön wird die Schönheit. Dieser Vorgang heißt Nominalisierung und begegnet dir ständig: in Aufsätzen, Sachtexten und besonders oft in Klausuren, wenn du sprachlich variieren sollst. Wer die Nominalisierung beherrscht, schreibt nicht nur korrekter, sondern auch abwechslungsreicher. In diesem Artikel lernst du, wie du Verben und Adjektive in Nomen umwandelst, welche Endungen dabei typisch sind und welche Fehler du vermeiden solltest.

Was ist Nominalisierung?

Bei der Nominalisierung machst du aus einer anderen Wortart, meist einem Verb oder einem Adjektiv, ein Nomen. Das neue Wort bekommt einen Artikel und wird großgeschrieben:

Nominalisierungen machen Sätze oft kompakter und formeller. Genau deshalb tauchen sie häufig in Sachtexten, Berichten und wissenschaftlichen Arbeiten auf. Gleichzeitig verstecken sie manchmal, wer eigentlich handelt, weshalb du sie in eigenen Texten bewusst dosieren solltest.

Verben nominalisieren: Die wichtigsten Muster

Am einfachsten wird ein Verb nominalisiert, indem du den Infinitiv großschreibst und einen Artikel davorsetzt:

Diese Form heißt substantivierter Infinitiv und funktioniert bei fast jedem Verb. Daneben gibt es Verben, die mit einer eigenen Endung zum Nomen werden, zum Beispiel -ung: bestimmendie Bestimmung, lösendie Lösung, bewegendie Bewegung. Manche Verben bilden unregelmäßige Nominalisierungen wie ankommendie Ankunft oder beginnender Beginn. Diese musst du dir einfach einprägen, da es keine feste Regel dafür gibt.

Adjektive nominalisieren: Typische Endungen

Auch Adjektive lassen sich in Nomen verwandeln. Dabei helfen dir bestimmte Endungen, die fast immer ein festes Genus mit sich bringen:

Eselsbrücke: Endet ein nominalisiertes Adjektiv auf -heit oder -keit, ist es fast immer feminin (die Freiheit, die Möglichkeit).

Wann du -heit und wann du -keit nimmst, hängt vom Wortende des Adjektivs ab. Nach Adjektiven auf -ig, -lich oder -bar steht meist -keit (möglich → Möglichkeit, freundlich → Freundlichkeit), sonst häufiger -heit (frei → Freiheit).

Häufige Fehler bei der Nominalisierung

Die meisten Fehler entstehen bei der Rechtschreibung, nicht bei der Bedeutung. Achte besonders auf diese Punkte:

  1. Großschreibung vergessen: Sobald ein Verb oder Adjektiv als Nomen benutzt wird, muss es großgeschrieben werden - auch nach Präpositionen wie beim, zum oder im: beim Lesen, nicht beim lesen.
  2. Artikel fehlt: Ein echtes Nomen braucht einen erkennbaren Artikel, auch wenn er im Satz nicht direkt sichtbar ist. Frage dich: Kann ich der, die oder das davorsetzen?
  3. Zu viele Nominalisierungen hintereinander: Sätze wie Die Durchführung der Überprüfung der Einhaltung der Vorschriften erfolgte wirken sperrig. Löse solche Ketten auf, indem du wieder Verben verwendest.

Wenn du generell unsicher bist, ob ein Wort großgeschrieben wird, hilft dir ein Blick in den Artikel zur Groß- und Kleinschreibung, da nominalisierte Wörter denselben Regeln folgen wie andere Nomen. Ein weiterer Trick hilft dir beim schnellen Erkennen: Suche im Satz nach Wörtern, die zwar wie Verben oder Adjektive aussehen, aber großgeschrieben sind und einen Artikel vor sich haben. Genau das sind Nominalisierungen. Übe diesen Blick regelmäßig an eigenen Texten, dann erkennst du das Muster bald automatisch und kannst gezielt entscheiden, wann eine Nominalisierung deinen Satz verbessert und wann ein Verb die bessere Wahl ist.

Übung: Erkenne und bilde Nominalisierungen

Verwandle die folgenden Wörter in Nomen und überprüfe anschließend deine Lösung:

Lösung: das Gehen, die Schönheit, die Ankunft, die Freiheit, die Möglichkeit.

Wozu du Nominalisierung im Schulalltag brauchst

Nominalisierungen begegnen dir überall dort, wo du sprachlich variieren sollst: in der Erörterung, in Sachtextanalysen oder in Zusammenfassungen. Wer geübt darin ist, Verben und Adjektive gezielt zu nominalisieren, kann Sätze eleganter formulieren und wiederholte Formulierungen vermeiden. Auch beim Bestimmen von Wortarten in Klassenarbeiten wird häufig verlangt, dass du eine Nominalisierung erkennst und ihre Herkunft benennst.

Wenn du merkst, dass dir Grammatikthemen wie dieses regelmäßig Schwierigkeiten bereiten, kann dir gezieltes Üben mit Rückmeldung helfen. In der Nachhilfe Mentor App findest du passende Übungen und kannst dir unklare Regeln direkt erklären lassen, statt lange danach zu suchen.

Fazit

Nominalisierung bedeutet, ein Verb oder Adjektiv in ein Nomen zu verwandeln, meist über den substantivierten Infinitiv oder Endungen wie -ung, -heit und -keit. Achte auf die Großschreibung und einen erkennbaren Artikel, dann triffst du die wichtigsten Regeln sicher. Mit ein wenig Übung fällt es dir bald leicht, deine Sätze sprachlich abwechslungsreicher zu gestalten.

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