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Partizip I und II bilden: Regeln, Bildung und Beispiele einfach erklärt

So bildest du Partizip I und Partizip II sicher und erkennst den Unterschied auf einen Blick

Wenn im Deutschunterricht von Partizip I und II die Rede ist, herrscht schnell Verwirrung: Welche Form gehört wozu, und wie bildet man sie überhaupt richtig? Dabei ist das Prinzip, wenn man es einmal verstanden hat, ziemlich einfach. In diesem Artikel lernst du Partizip I und II bilden Schritt für Schritt, mit klaren Regeln und vielen Beispielen aus dem Alltag.

Partizip I und II bilden: Der grundlegende Unterschied

Bevor du Partizip I und II bilden kannst, solltest du den Unterschied zwischen den beiden Formen kennen. Beide sind Verbformen, die aus einem Verb gebildet werden, aber sie drücken etwas anderes aus:

Merke dir einfach: Partizip I = etwas passiert gerade, Partizip II = etwas ist schon fertig.

Partizip I bilden: Die Regel

Das Partizip I bildest du ganz einfach, indem du an den Infinitiv des Verbs ein "d" anhängst:

Diese Regel gilt fast ohne Ausnahme, egal ob es sich um ein regelmäßiges oder unregelmäßiges Verb handelt. Nur bei wenigen Verben wie "sein" (seiend) klingt die Form etwas ungewöhnlich, sie ist aber grammatisch trotzdem korrekt.

Das Partizip I wird oft als Adjektiv verwendet und dann wie ein normales Adjektiv dekliniert:

Partizip II bilden: Regeln für regelmäßige Verben

Beim Partizip II unterscheidest du zwischen regelmäßigen (schwachen) und unregelmäßigen (starken) Verben. Bei regelmäßigen Verben bildest du das Partizip II so:

ge + Verbstamm + t

Verben, die auf -ieren enden, bekommen kein "ge-" am Anfang:

Partizip II bilden: Regeln für unregelmäßige Verben

Bei unregelmäßigen Verben ändert sich oft der Vokal im Wortstamm, und die Endung lautet meistens "-en" statt "-t":

Diese Formen musst du leider auswendig lernen, da es keine feste Regel für die Vokaländerung gibt. Eine gute Strategie ist es, dir die unregelmäßigen Verben in Dreiergruppen zu merken: Infinitiv, Präteritum, Partizip II (zum Beispiel: schreiben, schrieb, geschrieben).

Trennbare und untrennbare Verben beim Partizip II

Bei trennbaren Verben steht das "ge" zwischen Vorsilbe und Verbstamm:

Bei untrennbaren Verben mit den Vorsilben be-, ge-, er-, ver-, zer-, ent-, emp- und miss- entfällt das "ge-" komplett:

Wofür brauchst du Partizip I und II im Satz?

Beide Formen haben mehrere Funktionen im Deutschen. Das Partizip II kennst du wahrscheinlich schon aus dem Perfekt und dem Passiv:

Das Partizip I taucht seltener auf, aber häufig in gehobener Sprache, Zeitungstexten oder Beschreibungen:

Häufige Fehler beim Partizip I und II bilden

Diese Fehler tauchen in Klassenarbeiten besonders oft auf:

  1. Partizip II ohne "ge-" bei einfachen Verben: Falsch ist "ich habe gemacht das" statt "ich habe das gemacht" (Wortstellung), oder das Weglassen von "ge-" bei Verben, die keine -ieren-Endung haben.
  2. Falsche Endung bei starken Verben: "gesingt" statt "gesungen" ist ein klassischer Fehler, weil man die schwache Regel auf ein starkes Verb überträgt.
  3. Verwechslung von Partizip I und II: "das gelesende Buch" ist falsch, richtig ist entweder "das lesende Kind" (Partizip I, gleichzeitig) oder "das gelesene Buch" (Partizip II, abgeschlossen).
  4. "ge-" bei untrennbaren Verben: "gebesucht" statt "besucht" ist ein häufiger Fehler bei Verben mit Vorsilben wie be-, ver-, er-.

Übungstipps zum Partizip I und II bilden

Am besten übst du mit kurzen, alltäglichen Sätzen. Schreib dir fünf Verben aus deinem letzten Text heraus und bilde jeweils beide Partizipformen. Wenn du unsicher bist, ob ein Verb regelmäßig oder unregelmäßig ist, hilft eine Liste der unregelmäßigen Verben, die du dir in ein Merkheft eintragen kannst. Auch die Nachhilfe Mentor App kann dir dabei helfen, gezielt Grammatikregeln wie diese mit passenden Übungsaufgaben zu wiederholen, bis die Formen sicher sitzen.

Ein weiterer Tipp: Lies dir Zeitungsartikel oder Sachtexte durch und markiere alle Partizipformen, die du findest. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie natürlich beide Formen im echten Sprachgebrauch eingesetzt werden, was dir wiederum hilft, wenn du selbst eine Vorgangsbeschreibung schreiben oder einen anderen Sachtext verfassen musst, in dem Partizipien besonders häufig vorkommen.

Zusammenfassung

Partizip I = Infinitiv + d (gleichzeitige Handlung). Partizip II = meist ge + Stamm + t/en (abgeschlossene Handlung). Bei unregelmäßigen Verben ändert sich oft der Vokal, bei Verben auf -ieren und bei untrennbaren Vorsilben entfällt das "ge-".

Wenn du diese Regeln einmal verinnerlicht hast, wird dir das Partizip I und II bilden in Klassenarbeiten und im Alltag keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Übe regelmäßig mit eigenen Beispielsätzen, dann sitzen die Formen bald automatisch.

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