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Reimschema bestimmen: Paarreim, Kreuzreim & Co. einfach erklärt

So erkennst du Paarreim, Kreuzreim, umarmenden Reim und Haufenreim in wenigen Schritten

Ein Reimschema bestimmen zu müssen, klingt für viele nach kompliziertem Auswendiglernen. Dabei steckt dahinter ein einfaches System aus Buchstaben, das du in wenigen Minuten durchschaust. Sobald du weißt, worauf du achten musst, erkennst du Paarreim, Kreuzreim, umarmenden Reim und Haufenreim in jedem Gedicht auf einen Blick, egal ob für die Gedichtanalyse in der Schule oder für dein eigenes Textverständnis.

Reimschema bestimmen: So funktioniert das Buchstabensystem

Um ein Reimschema zu bestimmen, markierst du jede Verszeile eines Gedichts mit einem Buchstaben. Verse, die sich reimen, bekommen denselben Buchstaben, alle anderen Reimpaare bekommen den nächsten Buchstaben im Alphabet. Nimm dir dafür den Text zur Hand und lies laut, denn Reime hörst du oft schneller, als du sie siehst.

  1. Lies das Gedicht Strophe für Strophe und höre auf die letzten Silben jeder Zeile.
  2. Vergib für die erste Zeile den Buchstaben A.
  3. Prüfe jede weitere Zeile: Reimt sie sich mit A, schreibst du ebenfalls A daneben. Reimt sie sich nicht, erhält sie B, dann C, und so weiter.
  4. Schreibe am Ende die Buchstabenfolge auf, zum Beispiel ABAB oder AABB. Das ist dein Reimschema.

Wichtig ist, dass du dich am Klang orientierst, nicht an der Rechtschreibung. "Wein" und "sein" reimen sich, obwohl sie unterschiedlich geschrieben werden. Achte außerdem auf den betonten Vokal am Versende, denn genau dort entsteht der Reim.

Die vier wichtigsten Reimarten mit Beispielen

In der Schule und im Deutschunterricht tauchen vor allem vier Reimschemata immer wieder auf. Wenn du sie einmal verinnerlicht hast, erkennst du sie in fast jedem klassischen Gedicht wieder.

Manche Gedichte mischen mehrere Schemata innerhalb einer Strophe oder verzichten ganz auf Reime, etwa im Blankvers oder in freien Versen. Auch das ist ein wichtiges Ergebnis deiner Analyse, denn ein fehlendes Reimschema kann bewusst eingesetzt sein, um Unruhe oder Modernität auszudrücken.

Reimschema und Wirkung: Warum das für die Gedichtanalyse zählt

Das bloße Benennen des Reimschemas reicht in einer Analyse nie aus. Entscheidend ist, welche Wirkung es erzeugt. Ein regelmäßiger Kreuzreim kann Harmonie und Ordnung vermitteln, während ein unregelmäßiges oder fehlendes Reimschema Aufbruch, Zerrissenheit oder innere Unruhe symbolisieren kann. Frag dich also immer: Passt das Reimschema zum Thema und zur Stimmung des Gedichts, oder steht es bewusst im Kontrast dazu?

Achte auch auf Reinheit und Qualität der Reime. Ein reiner Reim wie "Baum" und "Traum" klingt vollständig, während ein unreiner Reim wie "Wagen" und "sagen" nur teilweise übereinstimmt. Solche Details zeigen deiner Lehrkraft, dass du genau hinhörst und nicht nur ein Schema abtippst.

Tipp: Lies das Gedicht immer zuerst laut oder zumindest innerlich sprechend. Reime, die im Schriftbild unauffällig wirken, springen beim Lesen sofort ins Ohr.

Typische Fehler beim Reimschema bestimmen vermeiden

Üben mit digitalen Werkzeugen

Reimschemata lassen sich gut trainieren, indem du regelmäßig verschiedene Gedichte analysierst und dein Ergebnis überprüfst. Die Nachhilfe Mentor App bietet dir dafür passende Übungsaufgaben zur Lyrikanalyse, mit denen du dein Gespür für Reimschemata, Metrum und Kadenzen Schritt für Schritt schärfen kannst, ganz ohne dass du dafür extra ein Lehrbuch wälzen musst.

Wenn du dich zusätzlich mit den formalen Grundlagen der Lyrik beschäftigen willst, lohnt sich ein Blick in unseren Artikel zur Gedichtanalyse, in dem Reimschema, Metrum und Kadenzen im Zusammenspiel erklärt werden. Auch für den Vergleich zweier Gedichte, etwa in einer Klausur, ist ein sicherer Blick auf das Reimschema unverzichtbar, mehr dazu findest du im Artikel zum Gedichtvergleich schreiben.

Fazit

Ein Reimschema zu bestimmen ist reines Handwerk: Buchstaben vergeben, auf den Klang der Endsilben hören und das Ergebnis strophenweise notieren. Die eigentliche analytische Leistung beginnt danach, wenn du erklärst, warum der Autor oder die Autorin genau dieses Schema gewählt hat. Mit etwas Übung erkennst du Paarreim, Kreuzreim, umarmenden Reim und Haufenreim schon beim ersten Lesen und kannst deine Beobachtungen sicher in jede Gedichtanalyse einbauen.

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