Ein Satz wie "Der Hund, der laut bellt, gehört meinem Nachbarn" enthält einen Relativsatz. Aber woran erkennst du ihn eigentlich sicher, und wie unterscheidest du "der" als Relativpronomen von "der" als Artikel? Relativsätze bestimmen wirkt am Anfang knifflig, ist aber mit ein paar festen Regeln schnell gelernt. In diesem Artikel bekommst du alle wichtigen Erkennungsmerkmale, die passenden Relativpronomen und viele Beispiele zum Üben.
Relativsätze bestimmen: Was ist ein Relativsatz überhaupt?
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz, der ein Nomen oder Pronomen im Hauptsatz näher beschreibt. Er liefert zusätzliche Informationen, ohne die der Hauptsatz trotzdem grammatisch korrekt bliebe. Relativsätze bestimmen bedeutet also im Kern: Du suchst den Nebensatz, der ein Wort im Hauptsatz genauer erklärt.
- Der Relativsatz beginnt meist mit einem Relativpronomen wie "der", "die", "das", "welcher" oder "was".
- Das Verb steht am Satzende, wie bei jedem Nebensatz im Deutschen.
Beispiel: "Das Buch, das ich gerade lese, ist spannend." Der Relativsatz "das ich gerade lese" beschreibt "das Buch" genauer.
Relativpronomen richtig erkennen und einsetzen
Das Relativpronomen richtet sich immer nach dem Bezugswort im Hauptsatz. Dabei gelten zwei Regeln:
- Genus und Numerus übernimmt das Relativpronomen vom Bezugswort (der Hund → der; die Katze → die; das Kind → das; die Kinder → die).
- Der Kasus richtet sich nach der Funktion des Pronomens im Relativsatz selbst, nicht nach dem Hauptsatz.
Ein Beispiel macht das deutlich: "Der Lehrer, dem ich vertraue, erklärt gut." Hier steht "dem" im Dativ, weil im Relativsatz "ich vertraue dem Lehrer" gilt, auch wenn "der Lehrer" im Hauptsatz Nominativ ist.
Eine kleine Übersicht der Relativpronomen im Singular:
- Nominativ: der, die, das
- Genitiv: dessen, deren, dessen
- Dativ: dem, der, dem
- Akkusativ: den, die, das
Zusätzlich gibt es Sonderfälle: Nach unbestimmten Pronomen wie "alles", "nichts" oder "das Einzige" steht "was" statt "das". Beispiel: "Das ist alles, was ich weiß."
Kommasetzung bei Relativsätzen
Relativsätze werden im Deutschen immer durch Kommas abgetrennt, egal ob sie mitten im Satz oder am Ende stehen. Das gilt unabhängig davon, ob der Relativsatz notwendig für das Verständnis ist oder nur zusätzliche Information liefert. Achte besonders darauf, wenn der Relativsatz mitten im Hauptsatz eingeschoben ist: Dann brauchst du ein Komma davor und danach.
Beispiel: "Meine Schwester, die in Berlin studiert, kommt am Wochenende zu Besuch."
Wer beim Bestimmen von Satzgliedern schon sicher ist, tut sich hier leichter, weil du erkennst, welches Wort im Hauptsatz durch den Relativsatz ergänzt wird. Einen guten Einstieg dazu findest du im Artikel Satzglieder bestimmen.
Relativsätze von anderen Nebensätzen unterscheiden
Relativsätze werden manchmal mit anderen Nebensatzarten verwechselt, etwa mit Adverbialsätzen. Der Unterschied liegt im Zweck: Ein Relativsatz beschreibt ein Nomen genauer, während ein Adverbialsatz zum Beispiel einen Grund, eine Bedingung oder eine Folge angibt. Wenn du dir unsicher bist, ob ein Satz überhaupt ein Nebensatz ist, hilft dir ein Blick in den Artikel Hauptsatz und Nebensatz unterscheiden. Für die verschiedenen Bedeutungsarten von Nebensätzen lohnt sich außerdem der Artikel zu Adverbialsätzen.
Ein einfacher Trick: Frage dich, ob der Nebensatz mit "welche/r/s" ersetzt werden kann, ohne dass sich der Sinn ändert. Wenn ja, hast du fast sicher einen Relativsatz vor dir.
Übungsbeispiele zum Relativsätze bestimmen
Übe an folgenden Sätzen, das Relativpronomen und den passenden Kasus zu bestimmen:
- Der Film, ___ wir gestern gesehen haben, war grandios. (Akkusativ)
- Die Freundin, ___ Handy kaputt ist, braucht ein neues. (Genitiv)
- Das Kind, ___ im Garten spielt, ist mein Neffe. (Nominativ)
Lösungen: 1. den, 2. deren, 3. das. Wenn du magst, kannst du solche Übungssätze auch direkt in der Nachhilfe Mentor App erstellen lassen und dir die Erklärung Schritt für Schritt anzeigen lassen, bis der Kasus wirklich sitzt.
Relativsätze mit Präposition
Manche Relativsätze enthalten zusätzlich eine Präposition, die vor das Relativpronomen tritt. In diesem Fall bestimmt die Präposition den Kasus des Relativpronomens, nicht mehr allein die Funktion im Satz. Ein Beispiel: "Der Tisch, an dem ich sitze, wackelt." Hier steht "an dem" im Dativ, weil die Präposition "an" bei Ortsangaben mit Dativ steht.
Weitere Beispiele mit Präposition:
- "Die Stadt, in der ich wohne, ist klein." (Dativ nach "in")
- "Das Thema, über das wir sprechen, ist wichtig." (Akkusativ nach "über")
- "Der Freund, mit dem ich lerne, kommt aus Hamburg." (Dativ nach "mit")
Wenn du unsicher bist, welchen Kasus eine Präposition verlangt, hilft ein Blick in eine Präpositionsliste. Für Dativ und Akkusativ speziell lohnt sich dazu ein Blick in den Artikel zu Präpositionen im Deutschen, den du über die Blog-Übersicht findest.
Relativsatz mit "wo" und "wobei"
Bei Orts- und Zeitangaben kannst du statt eines Relativpronomens mit Präposition oft auch "wo" verwenden, besonders in der gesprochenen Sprache. Beispiel: "Das Café, wo wir uns getroffen haben, hat neu eröffnet." In formellen Texten wie Klassenarbeiten ist die Variante mit Präposition und Relativpronomen jedoch meist die sauberere Wahl: "Das Café, in dem wir uns getroffen haben, hat neu eröffnet."
Fazit
Relativsätze bestimmen gelingt zuverlässig, wenn du drei Dinge im Kopf behältst: Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach dem Bezugswort, der Kasus ergibt sich aus der Funktion im Nebensatz, und Relativsätze werden immer mit Komma abgetrennt. Übe die Beispiele regelmäßig, dann wird die Bestimmung schnell zur Routine.
Bereit, smarter zu lernen?
Lade Nachhilfe Mentor kostenlos herunter und erlebe KI-gestuetztes Lernen selbst.