Aufgaben mit Lösungen
1. Leicht: These und Meinung trennen
Aufgabe: Verbessere den Satz "Handys in der Schule sind doof" zu einer klaren These, die sich in einer Argumentation begründen lässt.
Lösung: Eine bessere These lautet: "Handys sollten während des Unterrichts nur für klar festgelegte Lernaufgaben erlaubt sein." Diese These ist genauer als ein Geschmacksurteil, weil sie eine konkrete Regel vorschlägt und sich mit Argumenten prüfen lässt.
Typischer Fehler: Die Ausgangsmeinung bleibt zu pauschal. Eine These braucht eine klare Position, darf aber nicht nur aus einer Bewertung wie gut, schlecht oder doof bestehen.
2. Mittel: Argument mit Beispiel ausbauen
Aufgabe: Baue dieses Kurzargument aus: "Mehr Gruppenarbeit ist gut, weil man zusammen lernt." Ergänze Begründung und Beispiel.
Lösung: Gruppenarbeit sollte häufiger eingesetzt werden, weil Schülerinnen und Schüler dabei erklären müssen, wie sie zu einer Lösung kommen. Dadurch merken sie schneller, ob sie ein Thema wirklich verstanden haben. Wenn eine Gruppe zum Beispiel eine Matheaufgabe gemeinsam löst, kann ein Schüler den Rechenweg erklären, während eine andere Schülerin einen Fehler entdeckt und korrigiert.
Typischer Fehler: Das Beispiel wiederholt nur die Behauptung. Ein gutes Beispiel zeigt eine konkrete Situation und macht die Begründung anschaulich.
3. Schwer: Gegenargument fair entkräften
Aufgabe: Entkräfte das Gegenargument zur These "Hausaufgaben sollten reduziert werden": "Ohne viele Hausaufgaben üben Schülerinnen und Schüler zu wenig."
Lösung: Das Gegenargument ist nachvollziehbar, weil Übung für viele Fächer wichtig ist. Trotzdem spricht es nicht gegen eine Reduzierung, sondern gegen ungezielte Hausaufgaben. Kürzere, besser ausgewählte Aufgaben können denselben Lerneffekt haben, wenn sie zentrale Kompetenzen trainieren und anschließend besprochen werden. Entscheidend ist also nicht die Menge, sondern die Qualität der Übung.
Typischer Fehler: Das Gegenargument wird lächerlich gemacht oder ignoriert. Eine starke Entkräftung nimmt den Einwand ernst und zeigt dann, warum die eigene Position trotzdem tragfähiger ist.
4. Transfer: Vollständige Argumentation planen
Aufgabe: Plane eine Argumentation zur Frage: "Sollte der Unterricht später beginnen?" Notiere Einleitung, Position, drei gesteigerte Argumente, ein Gegenargument mit Entkräftung und einen Schluss.
Lösung: Einleitung: Viele Jugendliche sind morgens müde; deshalb wird über spätere Anfangszeiten diskutiert. Position: Der Unterricht sollte an weiterführenden Schulen etwas später beginnen. Argument 1: Ausgeschlafene Lernende können sich besser konzentrieren. Argument 2: Ein späterer Start kann Stress am Morgen verringern, besonders bei langen Schulwegen. Argument 3: Bessere Konzentration kann langfristig zu faireren Leistungen führen, weil Müdigkeit weniger stark über den Schultag entscheidet. Gegenargument: Ein späterer Beginn verschiebt den Nachmittag. Entkräftung: Schulen könnten AGs, Hausaufgabenzeiten und Buspläne anpassen; außerdem wiegt die Lernqualität schwerer als reine Gewohnheit. Schluss: Ein späterer Beginn ist sinnvoll, wenn er organisatorisch gut geplant wird.
Typischer Fehler: Die Argumente stehen ungeordnet nebeneinander. Eine überzeugende Argumentation steigert vom einfacheren zum stärkeren Argument und verbindet die Punkte mit der Position.
5. Überarbeitung: Behauptungen belegen
Aufgabe: Überarbeite diesen Absatz: "Schuluniformen sind schlecht. Alle sehen gleich aus. Das will niemand. Deshalb sollte man sie verbieten." Ergänze Begründung, Beispiel und eine sachlichere Schlussfolgerung.
Lösung: Eine mögliche Verbesserung lautet: "Schuluniformen können problematisch sein, weil sie die persönliche Ausdrucksmöglichkeit von Schülerinnen und Schülern einschränken. Kleidung ist für viele Jugendliche eine Möglichkeit, Interessen oder Stil zu zeigen. Wenn alle dieselbe Uniform tragen müssen, kann das Gefühl entstehen, weniger individuell wahrgenommen zu werden. Deshalb sollten Schulen Schuluniformen nur einführen, wenn sie die Schulgemeinschaft vorher beteiligen und Ausnahmen klar regeln." Die neue Fassung begründet die Position und vermeidet pauschale Aussagen wie Das will niemand.
Typischer Fehler: Mehrere Behauptungen werden hintereinander gestellt, ohne zu erklären, warum sie gelten. Für eine Argumentation muss jeder zentrale Gedanke begründet werden.