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Kommentaranalyse schreiben: Aufbau, Tipps und Beispiel

Wie du einen Zeitungskommentar souverän analysierst und argumentativ einordnest.

Eine Kommentaranalyse gehört in der Oberstufe und im Abitur zu den anspruchsvolleren Aufgaben im Fach Deutsch. Du sollst nicht nur wiedergeben, was der Autor schreibt, sondern auch zeigen, wie er argumentiert, welche sprachlichen Mittel er einsetzt und wie überzeugend seine Meinung wirkt. Mit der richtigen Struktur und etwas Übung gelingt dir das schnell.

Was ist eine Kommentaranalyse überhaupt?

Ein Kommentar ist ein meinungsbetonter journalistischer Text. Der Autor bezieht klar Stellung zu einem aktuellen Ereignis, einer Entscheidung oder einer gesellschaftlichen Entwicklung. Bei der Kommentaranalyse untersuchst du genau diese Meinungsäußerung: Welche These vertritt der Autor? Mit welchen Argumenten stützt er sie? Wie versucht er, dich als Leser zu überzeugen?

Anders als bei einer reinen Sachtextanalyse steht hier die Subjektivität im Mittelpunkt. Du beschreibst, wie der Autor seine Haltung sprachlich und rhetorisch durchsetzt, und bewertest am Ende, ob seine Argumentation schlüssig ist.

Aufbau einer Kommentaranalyse

Halte dich an den klassischen dreiteiligen Aufbau aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. So bleibt deine Analyse übersichtlich und der Korrektor kann jeden Schritt nachvollziehen.

1. Einleitung

2. Hauptteil

Der Hauptteil besteht aus drei Schichten, die du sauber trennen solltest:

  1. Inhaltliche Zusammenfassung: Gib die These und den Gedankengang in wenigen Sätzen sachlich wieder. Im Präsens, ohne Zitate.
  2. Argumentationsanalyse: Untersuche die Argumente. Welche Typen kommen vor (Faktenargument, Autoritätsargument, indirektes Argument, Beispielargument)? Wie sind sie angeordnet? Werden Gegenargumente entkräftet?
  3. Sprach- und Stilanalyse: Welche rhetorischen Mittel nutzt der Autor? Achte auf Wortwahl, Satzbau, Metaphern, Ironie, rhetorische Fragen und Appelle. Belege jede Beobachtung mit einem kurzen Zitat und der entsprechenden Zeilenangabe.

3. Schluss

Im Schluss bewertest du die Wirkung des Kommentars. Ist die Argumentation logisch und glaubwürdig? Wer ist die Zielgruppe? Wirken die sprachlichen Mittel überzeugend oder manipulativ? Greife deine Deutungshypothese aus der Einleitung wieder auf und zeige, ob sie sich bestätigt hat.

Tipps für die Argumentationsanalyse

Viele Schülerinnen und Schüler scheitern nicht am Aufbau, sondern an der Argumentationsanalyse. Hier hilft ein einfaches Vorgehen: Markiere im Text jede Behauptung, jede Begründung und jedes Beispiel mit unterschiedlichen Farben. So siehst du sofort, wie der Autor seinen Gedankengang aufbaut.

Frag dich bei jedem Argument:

Wenn du diese Fragen sicher beantworten kannst, gelingt dir auch eine gute eigene Argumentation im nächsten Aufsatz deutlich leichter.

Sprache und Stil richtig deuten

Ein Kommentar lebt von seiner Sprache. Achte besonders auf:

Wichtig ist, dass du nicht nur Mittel benennst, sondern ihre Funktion beschreibst. Eine rhetorische Frage allein bringt keine Punkte. Du musst erklären, dass sie den Leser zum Mitdenken anregt oder eine bestimmte Haltung suggeriert.

Häufige Fehler vermeiden

So gehst du Schritt für Schritt vor

Bevor du den ersten Satz schreibst, brauchst du einen klaren Überblick. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Erstlektüre: Lies den Kommentar einmal komplett, ohne etwas zu markieren. Notiere danach in einem Satz, worum es geht und welche Meinung der Autor vertritt.
  2. Zweitlektüre: Markiere jetzt These, Argumente, Beispiele und auffällige sprachliche Mittel mit unterschiedlichen Farben. Schreibe Zeilennummern an den Rand.
  3. Gliederung: Sortiere die Argumente nach ihrer Reihenfolge im Text. Überlege, welche sprachlichen Auffälligkeiten zu welchen Argumenten passen.
  4. Schreiben: Erst jetzt formulierst du. So vermeidest du Sprünge und Wiederholungen.
  5. Überarbeiten: Prüfe am Ende, ob jede Beobachtung eine Deutung hat und ob du im Präsens geschrieben hast.

Plane für eine Klausurkommentaranalyse etwa 20 Prozent der Zeit für Lesen und Gliedern ein. Wer ohne Plan losschreibt, verheddert sich schnell in Nacherzählung.

Kurzes Beispiel für die Einleitung

Der Kommentar Klima ohne Kompromisse von Lisa Berger, erschienen am 14. März 2024 in der Süddeutschen Zeitung, beschäftigt sich mit der zögerlichen Klimapolitik der Bundesregierung. Berger vertritt die These, dass nur radikale Maßnahmen die Klimaziele noch retten können. Durch eine bildreiche Sprache und gezielt eingesetzte rhetorische Fragen wirkt der Kommentar emotional aufrüttelnd und argumentativ klar strukturiert.

Mit so einer Einleitung weiß der Korrektor sofort, worum es geht und wohin deine Analyse steuert. Wenn du beim Üben Beispieltexte besprechen oder Formulierungen verbessern willst, kann dir die Nachhilfe Mentor App schnell Feedback und Lösungswege liefern.

Fazit

Eine gelungene Kommentaranalyse folgt einem klaren Schema: Einleitung mit Deutungshypothese, dreischichtiger Hauptteil aus Inhalt, Argumentation und Sprache sowie ein wertender Schluss. Wer regelmäßig übt und mit anderen Sachtextanalysen wie der Redeanalyse vergleicht, baut schnell Sicherheit auf und kann auch im Abitur souverän punkten.

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