Ohne Pronomen würden sich Texte ständig wiederholen: Lisa nimmt Lisas Buch und gibt Lisas Buch Lisas Bruder. Klingt seltsam, oder? Genau deshalb gibt es Pronomen: Sie ersetzen Nomen oder begleiten sie und machen Sätze flüssiger. Wer Pronomen bestimmen kann, versteht Grammatik insgesamt besser und schreibt automatisch abwechslungsreicher. In diesem Artikel lernst du die wichtigsten Pronomen-Arten kennen, mit klaren Erkennungsmerkmalen, Beispielen und einer Übung zum Selbsttesten.
Pronomen bestimmen: Was Pronomen überhaupt sind
Pronomen (auch Fürwörter genannt) stehen anstelle eines Nomens oder begleiten es näher. Sie gehören zu den 10 Wortarten im Deutschen und verändern sich, ähnlich wie Nomen, nach Fall, Zahl und manchmal Geschlecht. Statt Der Hund bellt. Der Hund läuft. schreibst du einfach Der Hund bellt. Er läuft.
Um Pronomen sicher zu bestimmen, musst du vor allem eines tun: die verschiedenen Pronomen-Arten unterscheiden können. Es gibt im Deutschen fünf wichtige Gruppen, die wir uns nun der Reihe nach ansehen.
Die wichtigsten Pronomen-Arten im Überblick
1. Personalpronomen (persönliches Fürwort)
Personalpronomen ersetzen eine Person oder Sache: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie. Sie verändern sich je nach Fall: ich - mich - mir, er - ihn - ihm.
Erkennungsfrage: Steht das Wort für eine Person oder Sache, ohne diese noch einmal zu benennen?
Beispiel: Anna liest ein Buch. Sie mag es sehr. Hier ersetzt sie Anna und es das Buch.
2. Possessivpronomen (besitzanzeigendes Fürwort)
Possessivpronomen zeigen einen Besitz oder eine Zugehörigkeit an: mein, dein, sein, ihr, unser, euer, ihr. Sie stehen meist vor einem Nomen wie ein Artikel.
Beispiel: Das ist mein Fahrrad. Deins steht daneben. Steht das Possessivpronomen allein wie im zweiten Satz, spricht man auch vom substantivisch gebrauchten Possessivpronomen.
3. Relativpronomen (bezügliches Fürwort)
Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein und beziehen sich auf ein Nomen aus dem Hauptsatz: der, die, das, welcher, welche, welches. Sie sind besonders wichtig, wenn du Hauptsatz und Nebensatz unterscheiden möchtest, denn ein Relativsatz ist immer ein Nebensatz.
Beispiel: Der Film, den wir gestern gesehen haben, war spannend. Das Relativpronomen den bezieht sich auf der Film und steht im Akkusativ, weil es das Objekt im Nebensatz ist.
4. Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort)
Demonstrativpronomen zeigen genauer auf etwas: dieser, jener, derselbe, solcher. Sie betonen ein Nomen besonders stark.
Beispiel: Dieses Buch gefällt mir, jenes nicht.
5. Indefinitpronomen (unbestimmtes Fürwort)
Indefinitpronomen machen eine unbestimmte Angabe zu Person oder Menge: man, jemand, niemand, alle, einige, etwas, nichts.
Beispiel: Jemand hat etwas vergessen, aber niemand weiß, was es ist.
So gehst du beim Pronomen bestimmen Schritt für Schritt vor
Wenn du in einer Übung ein Pronomen einordnen sollst, hilft dir dieses Vorgehen:
- Prüfe, ob das Wort ein Nomen ersetzt oder begleitet.
- Frage, ob es einen Besitz anzeigt (Possessivpronomen) oder einen Nebensatz einleitet (Relativpronomen).
- Prüfe, ob es genau auf etwas zeigt (Demonstrativpronomen) oder unbestimmt bleibt (Indefinitpronomen).
- Bleibt nichts davon übrig, handelt es sich meist um ein einfaches Personalpronomen.
Ein Tipp: Wenn du unsicher bist, ob ein Wort ein Pronomen oder ein Artikel ist, schau dir an, ob noch ein Nomen danebensteht. Dieses Haus mit Nomen daneben ist ein Artikel bzw. Begleiter, dieses gefällt mir ohne Nomen ist ein Pronomen. Wer generell unsicher bei den Wortarten ist, sollte diese vorher noch einmal auffrischen.
Übung: Pronomen bestimmen
Bestimme die Art der hervorgehobenen Pronomen im folgenden Text: Meine Schwester hat ein Handy, das sie jeden Tag benutzt. Jemand hat es gestern fallen lassen, aber niemand weiß, wer es war. Zum Glück ist es nichts passiert.
- Meine = Possessivpronomen (zeigt Besitz)
- das = Relativpronomen (leitet Nebensatz ein)
- sie = Personalpronomen (ersetzt die Schwester)
- Jemand / niemand = Indefinitpronomen (unbestimmte Person)
- es = Personalpronomen (ersetzt das Handy)
Übe solche Sätze regelmäßig, am besten mit Texten aus deinem eigenen Schulbuch. In der Nachhilfe Mentor App findest du interaktive Grammatikübungen, mit denen du Pronomen-Arten gezielt trainieren und dir sofortige Rückmeldung holen kannst.
Häufige Fehler und Eselsbrücken
Diese Stolperfallen begegnen dir immer wieder:
- Possessivpronomen und Artikel verwechseln: Steht ein zweites Nomen daneben (mein Buch), ist es eher wie ein Begleiter zu verstehen. Steht es allein (das ist meins), ist es klar ein Pronomen.
- Relativpronomen und Artikel verwechseln: Beide können gleich aussehen (der, die, das). Prüfe, ob direkt danach ein Nebensatz mit Verb am Ende folgt, dann ist es ein Relativpronomen.
- Indefinitpronomen übersehen: Wörter wie man oder etwas wirken unscheinbar, gehören aber klar zu den Pronomen.
Eselsbrücke: Ich, mein, der, dieser, man - das sind die fünf Pronomen-Typen im Plan (Personal, Possessiv, Relativ, Demonstrativ, Indefinit).
Fazit: Mit System zu sicheren Pronomen
Pronomen bestimmen wird leicht, wenn du die fünf wichtigsten Arten kennst: Personal-, Possessiv-, Relativ-, Demonstrativ- und Indefinitpronomen. Stelle dir bei jedem Wort die Frage, welche Aufgabe es im Satz übernimmt, dann ordnest du es schnell richtig ein. Mit etwas Übung erkennst du Pronomen bald automatisch und verstehst nebenbei auch komplexere Satzkonstruktionen viel besser.
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