Ob in der Grammatikstunde, beim Rechtschreiben oder bei der Satzanalyse: Fast überall musst du Wortarten bestimmen können. Wer weiß, ob ein Wort ein Nomen, ein Verb oder ein Adjektiv ist, versteht Satzbau und Zeichensetzung viel leichter. In diesem Artikel lernst du alle 10 Wortarten kennen, bekommst einfache Erkennungsfragen, Eselsbrücken und ein paar Übungen zum Selbsttesten.
Warum du Wortarten bestimmen können musst
Die Wortarten sind das Grundgerüst der deutschen Grammatik. Wenn du sie sicher erkennst, fällt dir vieles andere leichter:
- Rechtschreibung: Nomen schreibt man groß, Verben und Adjektive meist klein.
- Zeichensetzung: Konjunktionen wie weil oder dass zeigen dir, wo ein Komma steht.
- Satzanalyse: Wer Wortarten kennt, kann auch leichter die Satzglieder bestimmen.
- Fremdsprachen: Begriffe wie Verb oder Adjektiv brauchst du in jeder Sprache wieder.
Man unterscheidet im Deutschen meist 10 Wortarten. Vier davon sind veränderbar (flektierbar), sechs sind unveränderlich. Schauen wir sie der Reihe nach an.
Die 4 veränderbaren Wortarten
Diese Wörter kannst du in ihrer Form anpassen, zum Beispiel beugen oder steigern.
1. Nomen (Substantiv)
Nomen bezeichnen Lebewesen, Dinge, Gefühle oder Begriffe: Hund, Tisch, Freude, Freiheit. Sie haben einen Artikel (der, die, das) und werden immer großgeschrieben.
Erkennungsfrage: Kann ich der, die oder das davorsetzen? Dann ist es ein Nomen.
2. Verb (Tunwort)
Verben drücken aus, was jemand tut oder was geschieht: laufen, denken, regnen. Sie lassen sich konjugieren, also an Person und Zeit anpassen (ich laufe, du läufst, er lief).
Erkennungsfrage: Was tut jemand? Was passiert? Kann ich ich oder du davorsetzen und es verändern?
3. Adjektiv (Wiewort)
Adjektive beschreiben, wie etwas ist: schnell, rot, freundlich. Du kannst sie meist steigern (schnell, schneller, am schnellsten).
Erkennungsfrage: Wie ist jemand oder etwas? Kann ich das Wort steigern?
4. Artikel (Begleiter)
Artikel begleiten ein Nomen. Man unterscheidet bestimmte Artikel (der, die, das) und unbestimmte Artikel (ein, eine). Sie zeigen Geschlecht, Zahl und Fall des Nomens an.
Die 6 unveränderlichen Wortarten
Diese Wörter bleiben immer gleich. Trotzdem haben sie wichtige Aufgaben im Satz.
5. Pronomen (Fürwort)
Pronomen stehen anstelle eines Nomens oder begleiten es: ich, du, er, mein, dieser, sich. Statt Lisa sagt jagt den Ball schreibst du sie jagt ihn.
6. Adverb (Umstandswort)
Adverbien geben die näheren Umstände an: Ort, Zeit, Art oder Grund: hier, gestern, gern, deshalb. Anders als Adjektive beschreiben sie nicht das Nomen, sondern meist das Verb.
7. Präposition (Verhältniswort)
Präpositionen zeigen ein Verhältnis an, oft von Ort oder Zeit: auf, unter, vor, wegen, während. Sie stehen vor einem Nomen oder Pronomen: auf dem Tisch, wegen des Regens.
8. Konjunktion (Bindewort)
Konjunktionen verbinden Wörter oder Sätze: und, oder, aber, weil, dass, obwohl. Besonders wichtig: Viele Konjunktionen leiten einen Nebensatz ein, vor dem ein Komma steht.
9. Numerale (Zahlwort)
Numerale geben Mengen oder Reihenfolgen an: eins, drei, viele, erste, doppelt. Sie beantworten Fragen wie wie viele oder der wievielte.
10. Interjektion (Ausrufewort)
Interjektionen drücken Gefühle oder Laute aus: ah, oh, igitt, hurra, autsch. Sie stehen oft am Satzanfang und werden mit einem Ausrufezeichen oder Komma abgetrennt.
So gehst du beim Wortarten bestimmen Schritt für Schritt vor
Wenn du ein Wort einordnen sollst, hilft dieses einfache Vorgehen:
- Großschreibung prüfen: Steht das Wort groß und kann ein Artikel davor? Dann ist es ein Nomen.
- Tätigkeit suchen: Beschreibt das Wort, was jemand tut oder was passiert? Dann ist es ein Verb.
- Steigern testen: Lässt sich das Wort steigern und beschreibt eine Eigenschaft? Dann ist es ein Adjektiv.
- Funktion prüfen: Verbindet, begleitet oder ersetzt das Wort etwas? Dann landest du bei Artikel, Pronomen, Präposition oder Konjunktion.
Ein und dasselbe Wort kann je nach Satz zu verschiedenen Wortarten gehören. Vergleiche: Das Laufen tut gut (Nomen) und Wir laufen schnell (Verb). Schau also immer auf den ganzen Satz, nicht nur auf das einzelne Wort. Wer das regelmäßig übt, etwa mit den interaktiven Grammatikübungen in der Nachhilfe Mentor App, bekommt schnell ein sicheres Gefühl dafür.
Übung: Wortarten bestimmen
Bestimme die Wortart der hervorgehobenen Wörter im Satz: Der kleine Hund läuft schnell durch den Garten.
- Der = Artikel
- kleine = Adjektiv
- Hund = Nomen
- läuft = Verb
- schnell = Adverb (beschreibt das Laufen)
- durch = Präposition
- Garten = Nomen
Probiere es danach mit eigenen Sätzen aus einem Buch oder deinem Lieblingslied. Markiere jedes Wort und ordne es einer Wortart zu.
Häufige Fehler und Eselsbrücken
Drei typische Stolperfallen solltest du kennen:
- Adjektiv oder Adverb? Adjektive beschreiben ein Nomen (der schnelle Läufer), Adverbien das Verb (er läuft schnell).
- Nomen erkennen: Auch Gefühle und Begriffe wie Mut oder Schönheit sind Nomen, obwohl man sie nicht anfassen kann.
- Präposition oder Adverb? Präpositionen brauchen ein Nomen dahinter (vor dem Haus), Adverbien stehen allein (er wartet vorn).
Eine gute Eselsbrücke: Frag dich bei jedem Wort kurz Lebewesen oder Ding, Tätigkeit oder Eigenschaft. Damit erwischst du schon die drei häufigsten Wortarten zuverlässig. Wenn du Grammatik insgesamt vertiefen willst, helfen dir auch unsere allgemeinen Tipps zum Deutsch-Grammatik lernen weiter.
Fazit
Wortarten bestimmen ist gar nicht so schwer, wenn du die richtigen Fragen stellst. Merke dir die 4 veränderbaren Wortarten (Nomen, Verb, Adjektiv, Artikel) und die 6 unveränderlichen (Pronomen, Adverb, Präposition, Konjunktion, Numerale, Interjektion). Mit den Erkennungsfragen und etwas Übung ordnest du bald jedes Wort sicher ein - und legst damit die Grundlage für bessere Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzanalyse.
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